Ausbildung zum/zur Heilpädagogen/-in

Fachakademie für Heilpädagogik Rummelsberg

Teilleistungsstörung

„Das Gehirn ist in erster Linie ein Filterorgan, nicht so sehr ein Speicherorgan. Es kann natürlich auch speichern, aber in erster Linie schützt es uns vor der Überflutung an Informationen und lässt nur willkommene Neuerfahrungen hinein. Das was eine willkommene Neuerfahrung ist, kann der Mensch immer nur selbst in seinem Inneren bestimmen. Wenn er Zugang dazu hat, dann sind Lernprozesse leicht, machen Spaß und sind nachhaltig erfolgreich. Wenn er keinen Zugang dazu hat, funktionieren sie nicht.“ (Dr. Gerhard Huhn)

Lern- und Wahrnehmungsstörungen, wie Legasthenie, Dyskalkulie oder AD(H)S stellen Betroffene und deren Bezugspersonen oftmals vor Herausforderungen. Trotz guter Intelligenz und vielen Übens können Lesen, Schreiben oder Rechnen nur unzureichend erlernt werden oder finden unter erschwerten Bedingungen statt. Aufgrund der negativen Lernerfahrung wird daraufhin schnell ein negatives Selbstbild generiert, mit der Annahme, nicht zu genügen – eine Entfremdung von der Welt entsteht. Die andere Art, die Dinge wahrzunehmen, führt dann zu Isolation und Einsamkeit.

In der heilpädagogischen Begleitung werden Entwicklungsräume geschaffen, um die (Lern-)Welt so zu gestalten, dass individuelle Lösungen für Lernen gefunden, die Ressourcen des Kindes aktiviert werden und somit eine positive Lern- und Leistungsentwicklung stattfinden kann.

 Inhalte:

• Lese-Rechtschreibstörung, Rechenstörung nach ICD 10

• Teufelskreis Lernstörungen

• Diagnostik und Gutachten der Lernstörungen

• Vorläuferfähigkeiten Lesen und Schreiben

• Fehleranalyse

• Spezifische Testverfahren und Screenings (u.a. Diagnostische Einschätzskalen nach K. Barth)

• heilpädagogische Diagnostik und systemischer Blickwinkel der Teilleistungsstörungen

Literatur:

• Barth, K. H. (2012): Lernschwächen früh erkennen im Vorschul- und Grundschulalte. München: Ernst Reinhardt

• Brandenburger, N.; Klemen, A. (2008): Lese-Rechtschreib-Störungen. München: Urban & Fischer

• Davis, R. D. (2001): Legasthenie als Talentsignal. Lernchance durch kreatives Lesen. München: Droemer Knaur

• Reichenbach, C.; Lücking, C. (2009): Diagnostik im Schuleingangsbereich (DiSb). Diagnostikmöglichkeiten für institutionsübergreifendes Arbeiten. Dortmund: modernes Lernen

• Straßburg, H. M.; Dacheneder, W.; Kreß, W. (2012): Entwicklungsstörungen bei Kindern. Praxisleitfaden für die interdisziplinäre Betreuung. München: Urban & Fischer

• Zimpel, A.(2013): Zwischen Neurobiologie und Bildung. Individuelle Förderung über biologische Grenzen hinaus. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht